Plötzlich wird ALLES war.

 

Mein persönlicher Weg der Erkenntnis:

 

Plötzlich weiss ich, was das alles soll.

Ich weiss, warum mir meine Eltern genau diesen Namen gegeben haben. Ich weiss, warum ich immer nach der Wahrheit gesucht habe.

 

Ich war verzweifelt, weil ich mich zu einer Religion, einem Beruf, den Alternativen, den Ökos und vielem mehr zugehörig fühlen wollte. Ich wollte meine Eltern nicht verletzen, indem ich aus der Katholischen Kirche austrete, habe mich aber gleichzeitig vor anderen Leuten geschämt, weil da so viel Missbrauch geschieht / geschehen ist. Jetzt weiss ich: Ich muss mich nicht entscheiden!!! Denn ich darf nur noch mich selbst sein und staunen: Über mich und alles, was um mich herum geschieht. Ich kann es nicht mehr werten. Will auch nicht. Muss auch nicht. Denn ich bin auserwählt - wie jeder, der heute auf der Erde lebt – nur mich selbst zu sein. Was ich tief im Innern als Bedürfnis spüre, ist genau das, was Gott und jeder Mensch auf dieser Erde von mir brauchen.

Momentan habe ich einfach das Bedürfnis, mich auszudrücken und diese unendlich grosse Liebe weiter zu geben. Und ich erlaube mir, es zu tun.

Dass alles aus einem Grund geschieht, habe ich immer wieder angezweifelt. Jetzt nicht mehr. Mein ganzes Leben macht Sinn. Ich wurde vorbereitet auf den jetzigen Moment. Frühere Erfahrungen bekommen plötzlich einen tieferen Sinn. Denn jedes Wesen hat eine wunderschöne Message für uns bereit. Das Schwierige ist nur, diese zu erkennen. Unser Verstand analysiert alles und speichert lästige Glaubenssätze, die  er dann gegen unsere Herzenswünsche einsetzt: „Du kannst das nicht. Du verletzt damit andere. Du darfst nicht so sein wie du bist. Du musst dich anstrengen, sonst packst du es nicht. Das „Ohne Fleiss kein Preis“-Mantra hat sich hier in der Schweiz besonders stark durchgesetzt, und viele Menschen, die etwas nicht geschafft haben, ins Unglück gestürzt.

Wenn wir es schaffen – und das werden wir alle – mit unserem Herzen zu denken, machen wir intuitiv das Richtige. Und was für dich selbst richtig ist, ist auch für alle anderen und die Erde richtig. Davon bin ich heute überzeugt. Dass ich hier mitten in der Nacht meine Gedanken zu Papier bringe, hätte ich mir noch vor wenigen Tagen nicht vorstellen können. Ich war der Meinung, ich wäre zu wenig ehrgeizig und hätte das Schreiben, welches mir als Kind sehr viel Spass machte, verlernt. Dass ich in Rechtschreibung gut bin, konnte ich mir eingestehen, aber dass ich analytisch und kreativ sein könnte, daran glaubte ich nicht mehr. Und dabei habe ich doch mal eine Matura gemacht. Jahrelang litt ich darunter, dass ich meine Ausbildungen nicht in die Praxis umsetzen konnte. Und mittlerweile weiss ich, warum: Die vielen Zwänge, Gesetze, Strukturen und Hierarchien haben mich intuitiv abgeschreckt, weil mein Herz frei bleiben wollte. Abschied zu nehmen von meinen ursprünglichen Berufswünschen war für mich ein langer und schmerzhafter Prozess.

Ich begann, von Menschen zu lernen. Wenn mich etwas beschäftigte, sprach ich einfach mit Freunden oder auch dem Erstbesten auf der Strasse – verzeiht mir bitte meine Schwatzhaftigkeit – darüber. So konnte ich viele zum Teil sehr gegensätzliche Ansichten erfahren, welche nun zusammen ein Ganzes ergeben. Ich danke an dieser Stelle allen, die sich jemals mit mir auf Diskussionen eingelassen haben!

Lange Zeit hatte ich Mühe, eine andere Meinung gelten zu lassen. Ich wollte die Leute überzeugen von meinem sogenannten Guten. Und dieser Schuss geht ja bekanntlich nach hinten los. Druck erzeugt Gegendruck: Das ist für mich auch vor allem im Umgang mit Kindern und Partnern eine wichtige Einsicht. Ich weiss, sie ist überhaupt nicht neu.

Loslassen ist der einzige Weg, der in die Freiheit und Glückseligkeit führt. Auch dies ist eine oft gehörte Weisheit, war aber bis vor Kurzem bei mir reine Theorie. Seit ich nun auf meinem – ich nenne es mal - intuitiven Heilungsweg bin, kann ich es auch körperlich spüren. Die Erleichterung ist gross.

 

Wir brauchen keine Helden mehr. Denn jeder von uns ist ein Held. Der Held seines Lebens.

 

Ich habe mir viele Gedanken gemacht, warum gewisse Leute so viel Macht über andere haben. Eine Theorie besagt, dass diese Menschen in der Kindheit einen Mangel an Liebe erfahren haben, den sie nun zu kompensieren versuchen. An dieser Theorie habe ich trotz grosser Logik gezweifelt. Heute weiss ich, dass sie wahr ist. Die Kehrseite der Medaille sind jedoch die Menschen, welche  vermutlich zu viel Liebe oder Aufmerksamkeit bekommen haben. Sie suchen unbewusst wieder eine Übermutter- oder Übervaterperson. Bei uns nun bekannt als Thomas Koch oder Alain Berset.

 

Wenn wir uns bewusst sind, dass wir einen freien Willen haben – den wir auch unseren Kindern so weit wie möglich zugestehen dürfen – müssen wir solche Menschen nicht mehr unterstützen. Wir dürfen sie entlasten von ihrer Verantwortung, die keinem menschlichen Wesen zugemutet werden sollte.

Unser Sicherheitsbedürfnis darf sich in Vertrauen umwandeln.

Ich habe mich manchmal gefragt, warum ich keine Lust hatte, meinen Kindern für jede Kurzstrecke im Quartier einen Velohelm anzuziehen und mir selbst nicht einmal einen gekauft habe. Ich hatte oft ein schlechtes Gewissen, weil dies in anderen Familien eine Regel ist. Ich fühlte vorwurfsvolle Blicke und kriegte auch immer ganz schlimme Beispiele erzählt. Ich änderte aber nichts an meiner Haltung – früher ging es ja auch ohne - und hielt mich selber für eine Provokateurin. Heute verstehe ich mich selbst: Ich entscheide mich bewusst für das Vertrauen, übernehme aber auch die volle Verantwortung dafür. Und lasse jedem seine Meinung.

 

Dasselbe gilt beim Thema Tod. Wenn ich sage, dass ich keine Angst vor dem Tod habe, ist das für viele eine Provokation. Denn wie kann ich mir anmassen zu wissen, wie es ist zu sterben? Für mich sind Geburt und Tod unmittelbar verbunden, denn beides sind Übergänge. Von den Geburten meiner Töchter weiss ich, dass das Bewusstsein einen Einfluss auf die Schmerzempfindung hat. (Ich wollte darüber eine Bachelor-Arbeit schreiben und bin an den Vorgaben beinahe verzweifelt.) Bei beiden Geburten ist es mir gelungen, den Geist zu beruhigen und den Körper arbeiten zu lassen. Dies, so wie Berichte über Sterbebegleitung, stimmen mich sehr zuversichtlich in der Hinsicht auf mein Ende, das genau zum richtigen Zeitpunkt kommen wird, so wie auch die Geburt jedes Kindes.

 

Die Kinder sind uns nur geliehen. Sie gehören sich selbst und wir lernen genau so viel von ihnen wie sie von uns. Wenn wir unsere Bedürfnisse erfüllen, tun sie das automatisch auch. Wir forschen und streiten über die beste Erziehung, anstatt  die Kinder einfach zu fragen, was sie möchten. Denn das wissen sie ja ganz genau. "Die weiss aber was sie will!" ist eine ganz tiefe Wahrheit.

 

Mit meinem Partner habe ich oft über Religion gestritten. Er ist seit ca. 15 Jahren überzeugter Christ. Für ihn ist ganz klar, dass er an den richtigen Gott glaubt. Etwas anderes ist für ihn Guruzeug. Wenn es mir schlecht ging, hat er mir immer wieder gesagt, ich solle doch einmal meinen Glauben anschauen, meine Hausaufgaben machen. Wie es halt manchmal so ist, habe ich ihm diesen Wunsch bis vor Kurzem nicht erfüllt, weil ich diesen Weckruf als Belästigung angesehen habe.

 

Heute weiss ich, dass nichts durch Zufall geschieht: Mein Mann hatte die Aufgabe, mich immer wieder an den Glauben zu erinnern. Genau so wie mein Vater das auch schon vergeblich versucht hatte.

 

Suche nach Gott

 

Schon früh als Kind musste ich jeden Samstagabend in die Kirche gehen. Ich habe meistens nicht zugehört, weil ich mich nicht so lange konzentrieren konnte. Auch bei meinen Eltern war es oft Thema, dass der Pfarrer zu lange gepredigt hatte. Ich vermute, sie haben auch nicht zugehört, und man hört ja, dass Leute während der Predigt einschlafen. „Hesch ghört, de Herr Soundso hed wider gschnarchlet."

Nun das eigentlich nicht Erstaunliche: Die Nachrichten gingen trotzdem zur Seele. Denn es ist einfach nur Energie, die man im Raum der Kirche erhält. Die besonders relaxten – oder angespannten? - Seelen nutzen dies zum Auftanken und schlafen ein.

Auf dem Heimweg wollte ich jeweils von meiner Mutter gewisse Dinge wissen, aber sie hatte keine Antwort oder keine Lust zu antworten. Später machte mich das traurig, weil ich dachte, wir können nicht gut miteinander reden oder sie versteht mich nicht. Jetzt die Erkenntnis: Sie sagte mir alles, was gesagt werden musste, durch ihre reine Existenz oder die Farben ihrer Seele. Sie ist nicht jemand, der viele Worte braucht. Mein Mann funktioniert ähnlich.

Ich blieb der Kirche treu – wenn auch nicht mit ganzem Herzen. Bei den Ministranten war oft Thema, warum nicht mehr Leute in die Kirche gehen.

Für mich war immer klar: in der Kirche gibt’s nichts zu kaufen. Das ist langweilig für materialistische Leute.

Da vielen Leuten doch etwas fehlte, begannen Sie damit, andere Religionen und deren Meditationsmethoden auszuprobieren. Ich selbst war ziemlich neugierig auf diesem Gebiet und habe dabei viele wunderschöne Erfahrungen gemacht.

Gleichzeitig begann der Fokus der Medien auf die Missbräuche in der katholischen Kirche, was mir einen grossen Gewissenskonflikt brachte. Wollte ich meine Eltern enttäuschen und austreten oder wollte ich mich zu einer solch schlimmen Gruppierung zählen? Intuitiv blieb ich in der Kirche: Kommt Zeit kommt Rat.

Von älteren Leuten hörte ich oft: Wenn es den Leuten gutgeht, gehen sie nicht zur Kirche. Erst wenn etwas passiert, kommen sie dann wieder. Wahrscheinlich wahr.

Gesellschaftliche, soziale und feministische Themen beschäftigten mich Jahre lang und ich diskutierte und diskutierte im Freundeskreis. Dabei fiel mir immer mehr auf, wie schlecht es mir ging, wenn jemand meine Meinung nicht akzeptierte oder sich gar darüber lustig machte. Ich stellte dann die ganze Freundschaft in Frage, knorzte herum, und nach einiger Zeit konnte ich die Person wieder ohne schlechtes Gefühl treffen.

Seit meiner inneren Wandlung brauche ich keine Bestätigung mehr, denn ich fühle, was für mich richtig ist und spüre, mit wem ich darüber reden kann und soll. Da ich konstant mit der göttlichen Kraftquelle verbunden bin, habe ich immer genügend Energie, auf mein Gegenüber zu reagieren, auch wenn dieses mich provoziert oder belächelt.

Grösstenteils erlebe ich aber, dass mir die Leute sehr interessiert und geduldig zuhören, und meine Äusserungen nachvollziehen können.

 

Fortsetzung folgt...